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Mit 11 zu alt zum Spielen - oder doch nicht?

Der Herbst ist da, draußen ist es nass und windig, und in unserem Salzzimmer wuseln kleinere Kinder und Eltern umher. Zwischendurch Anrufe, u.a.: "Ich würde gerne mit meiner Tochter in ihre Oase kommen. Sie ist 11. Kann man ohne Termin kommen? Aber nur in die Oase, der Spielplatz ist ja eher für Kleine."

 

Am Nachmittag kommen Mutter und Tochter dann auch. Ich erkläre alles, sie gehen für 20 Minuten in unsere Soleoase, um intensiv zu inhalieren. Danach kommt die Mutter zum Bezahlen und wir kommen noch nett ins Gespräch. Währenddessen beobachte ich, wie die 11-jährige sich auf unseren Salzspielplatz schleicht, und inmitten von 2-,3- oder 5-jährigen das Spielzeug begutachtet. Sie spielt Eisverkäuferin im Kaufladen, schaufelt mit dem Bagger einen Salzhaufen und siebt die großen Salzkristalle aus einer Ladung feinem Salz heraus. In mir breiten sich Glücksgefühle aus und ich merke, wie sich ein stilles Lächeln in meinem Gesicht abzeichnet. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt – auch bei 11-jährigen nicht.

 

Ich habe die Mutter von neulich im Hinterkopf, deren 5-jähriger Sohn während Besuchen bei uns immer aufdreht, aber nie wirklich etwas zum Spielen findet: „Er ist einfach schon zu groß für hier.“

NEIN – es kommt nicht auf das Alter an, spielen können wir alle, auch mit 99 noch.

Es kommt auf jeden einzelnen von uns an, auf unsere Motivation und Kreativität. Und vielleicht ein bisschen auch auf die Art und Weise, wie und ob sich die Eltern mit dem Kind beschäftigen…